Übertragungslinie

puja on the hilltop of Melkote

Geboren 1969 im geteilten Berlin, wuchs ich im Schatten der Mauer im Ostteil der Stadt auf. In den wilden 1980er-Jahren fand meine Suche nach Freiheit ihren Ausdruck in der Punkbewegung – laut, roh und voller Auflehnung gegen eine Welt, die mir zerbrochen erschien. Doch mitten im Lärm der Hardcore-Szene öffnete sich ein unerwarteter Spalt zur Spiritualität. Als ich 1987 ein Konzert der Cro-Mags erlebte, wurde mir klar, dass hinter der Wut auch ein Ruf nach innerem Frieden verborgen lag.

1992 trat ich in einen Ashram der International Society for Krishna Consciousness ein und begann dort, vedische Philosophie und die Tradition der Hingabe (Bhakti-Yoga) zu praktizieren. In den folgenden Jahren reiste ich zu Punk- und Underground-Festivals, brachte vegetarische Lebensweise, Ahiṃsā (Gewaltlosigkeit) und Spiritualität unter die Menschen, produzierte Fanzines sowie indische Musik in CD-Form, veröffentlichte das Buch „Klangreise Südindien“ und begleitete die Hardcore Punk Bands Shelter und 108 auf ihren Europatourneen.

In den frühen 2000er-Jahren führte mich mein Weg nach Südindien, wo ich mich tief mit Narasiṁha, dem furchtlosen Beschützer des Dharma, verbunden fühlte. Durch Śrī Sudarśana Narasiṁhācārya erhielt ich die Narasiṁha-Mantra-Dīkṣā und studierte die Pāñcarātra-Tradition in ihren verschiedenen Richtungen und Überlieferungslinien. Dazu kam mein Interesse an vedischer Tempelarchitektur und Ikonografie, das mich schließlich nach Swamimalai (Tamil Nadu) führte – dem Ort, an dem die traditionellen Sthapati-Meister bis heute arbeiten und ihr Wissen weitergeben.

Seit 2017 studiere ich bei meinem Āgama-Lehrer, Dr. Śrī Śālvapillai Iyengar aus Melukote, die Āgamas und den Weg der Śaraṇāgati – der vollständigen Hingabe an das Göttliche. 2024 erhielt ich von ihm die formelle Pāñcarātra-Dīkṣā und damit die Autorisierung, diese lebendige Tradition auch im Westen weiterzugeben. Schwerpunkte der Arbeit: Lebensbegeleitende Zeremonien für Familien und Einzelpersonen, Tempel – und Hausschreineröffnungen (Prāṇa Pratiṣṭhā), Schutzrituale und wenn möglich Gruppenreisen für Interessierte nach Indien.

Lehrer der Mantra Tradition und vedischen Theologie

HG Murali Bhattar, Srirangam

Seit rund drei Jahrzehnten wirkt er zudem als einer der Hauptpriester im berühmten Śrī Raṅganātha Svāmi Tempel in Śrīraṅgam (Tamil Nadu, Indien), wo er zahlreiche bedeutende Tempelrituale und Zeremonien leitet.

Im Jahr 2009 wurde ihm ein alter, stark verfallener Tempelkomplex in Goparāpaṭṭi bei Tañjāvūr anvertraut. Er ließ die Anlage restaurieren und ist seither auch dort für die Durchführung der religiösen Zeremonien verantwortlich.

Er gilt darüber hinaus als ausgewiesener Kenner wichtiger tantrischer Schriften, darunter die Parameśvara Saṃhitā und das Padma Tantra Prayoga.

Sri Sudarshana Narasimhacarya, Melukote

Er wirkte viele Jahre als Priester im Cheluva Nārāyaṇa Svāmi Tempel sowie im Yoga Narasiṃha Tempel in Melukote und entstammte einer altehrwürdigen Atharva-Veda-Familientradition. Die geheimen Praktiken der Vaiṣṇava-Tantra-Tradition erlernte er von seinem Vater, der damals noch als Familienpriester der königlichen Familie von Mysore diente.

Er gehörte zu den letzten Priestern, die in der Vaiṣṇava-Tradition in die intensiven Rituale des Vāmamārga eingeweiht wurden. Aufgrund seiner außergewöhnlichen spirituellen Praxis erhielt er den Ehrentitel „Mantra Mūrti“ – „Verkörperung aller Mantras“.

Darüber hinaus widmete er sich dem Studium der vedischen Astrologie (Jyotiṣa), des Nyāya (der klassischen indischen Logik und Argumentationslehre) sowie der Śakuna-Śāstra, der traditionellen Deutung von Omen und Vorzeichen.

Im Jahr 2005 verließ er diese Welt.

Sri Mukkur Lakshmi Narasimhacariar

Er war ein bedeutender Gelehrter und Narasimha-Upāsaka (Verehrer). Bei seinen Forschungen entdeckte er in Mattapalli (Andhra Pradesh) seltene Handschriften über Śrī Narasiṃha und erschloss daraus die Inhalte der seltenen Narasimha Tāpanīya Upaniṣad, deren Lehren er in Form einer systematischen Mantra-Sādhana-Praxis zugänglich machte.

Im Laufe seines Lebens führte er mehr als 108 große Narasiṃha-Yāgas – aufwendige vedische Feuerzeremonien von jeweils 21 Tagen Dauer – durch. Diese Rituale vollzog er an den heiligen Orten der Divya Deśas, die er auf ausgedehnten Pilgerreisen durch Nepal, Indien und Tibet aufsuchte.

Am heiligen Festtag der Narasimha Caturdaśī im Jahr 2001 verließ er auf mysteriöse Weise diese Welt.