Was sind Saṁskāras?

Jede Tradition hat seine Riten und Rituale die uns Unterstützung auf der Reise durch das Leben  helfen soll, Transformationen und Spiritualität gewissenhaft und aufrichtig zu praktizieren.
Die Vedische Praxis hat dafür 40 Sakramente (Saṁskāras) die unser geistiges Wohl und das unserer Nachkommen, also von der Zeit der Empfängnis bis zum letzten Atemzug sich mit der Göttlichkeit und der Harmonie des Lebens verbindet. Diese Saṁskāras bilden den Kern der
vedischen Lebensweise, die uns mit Innenschau durch Meditation, Mantra Rezitationen und Pujas zur Gottesschau erfüllt.
Saṁskāras reinigen den Körper und Geist von „sichtbaren und unsichtbaren Bedeckungen“ und helfen uns einen aufrichtigen Pfad der Spiritualität zu gehen.

Was ist ein Saṁskāra?


Der Tarka Shastra nach (Wissenschaft der Dialektik, Logik und der Argumentation) ist das
Wort Samskara definiert als eine „Prägung auf die Erinnerung“. Eine andere Definition für das Wort Saṁskāra ist „Verbesserung“ (Sams-) einer Sache (-Kaaram). Der Reinigungsprozeß, der durch die Saṁskāras in Bewegung gesetzt wird,  soll zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung beitragen.

Saṁskāra & die Atma Gunas


Das Ausführen der Saṁskāras entwickelt acht Glück verheißende Eigenschaften (Gunas),
welche helfen, die samsarischen Leiden, verursacht durch die Anhaftung der Sinne, zu
überwinden. Weil diese Gunas einen Einfluß auf die Seele haben, werden sie auch als Atma
Gunas (gute Eigenschaften der Seele) bezeichnet.
Das stetige Praktizieren der Saṁskāras, das zu der Anreicherung der Atma Gunas führt, hilft einer Person, den Zustand des „Akhanda Atma Anubhavam“ – der Selbsterkenntnis, der höchsten Erfahrung, wie sie in den Veden beispielhaft aufgezeigt wird, zu erreichen.
Die Namen der acht Atma Gunas sind es wert, erläutert zu werden:
1.  Daya oder umfassendes Mitgefühl und Liebe für alle lebenden Wesen
2. Kshanthi oder das Tolerieren von feindlich Gesinnten
3. Anusuyai oder Freiheit von Neid oder Groll
4. Saucham oder körperliche Reinheit
5. Anayasam oder der entspannte Zustand der durch die entspannte Stimmung des
Praktizierenden und seiner Beziehung zu anderen charakterisiert ist
6. Mangalam oder inneres Glück, das als harmonisches Verhalten ausstrahlt
7. Akarpanyam oder Großzügigkeit von Geist und Zeit
8. Aspruham oder ein losgelöster Zustand des Geistes, der sich aus einer gleichmütigen
Natur ergibt

„Nishekathi Smasanantha Saṁskāras“

Die Saṁskāras umfassen die gesamte Lebensspanne von der Herausbildung (Empfängnis) des Embryos (Nisheka) bis zur Einäscherung in einer Verbrennungsstelle (Smasana).
Agni-Feuer ist ein unverzichtbarer Teil der Saṁskāras, die die gesamte Lebensdauer umfassen. Agni wird deshalb als Zeuge der Saṁskāras begrüßt. Selbst die Einäscherung wird als eine Opferung des Ghee-bedeckten Körpers zu Agni als das höchste Opfer angesehen!

16 Saṁskāras – Lebensbegleitende Zeremonien für alle Lebewesen

1. Empfängnis – (Garbhadāna Saṁskāra): erste  Schutzzeremonie (sowohl für die Mutter als auch für das Baby) vor der Geburt
2. Gesundung des Embryo – (Puṁsavana Saṁskāra): zweite Schutzzeremonie innerhalb der Schwangerschaft, um ein gesundes und kräftiges Kind im Bauch der Mutter zu fördern.
3. Schutz der Mutter und des ungeborenen Kindes – (Sῑmaṅtonnayana Saṁskāra): dritte Schutzzeremonie wird vom Ehemann ausgeführt um die Frau vor schlechten Einflüssen zu beschützen und ihre Gesundheit zu bewahren
4. Geburtszeremonie – (Jātakarma Saṁskāra): Glücksverheissende Geburtszeremonie des Kindes die kurz nach dem Erscheinen des Kindes auf diesem Erdenplaneten vollzogen werden kann
5. Erste Sonnenstrahlen – (Niṣkramaṇa Saṁskāra) : Erster Spaziergang mit Neugeborenem, dabei berühren die Sonnenstrahlen das Kind
6. Namensgebung – (Nāmakaraṇa Saṁskāra): dem kind einem passenden Namen für sein Leben auswähren und in einem glückverheissenden Ritual übertragen
7. Erste feste Nahrung / Getreide – (Annaprāśana Saṁskāra): die erste feste Nahrung die das Kind zu essen bekommt, in Form einer glücksverheissenden Zeremonie
8. Ohrlochstechen – (Karṇa Vedha Saṁskāra):  Schmücken das Kind mit Ornamenten, glücksverheissenden Symbolen welches das Kind vor Krankheiten, feinstofflichen Einflüssen schützen soll
9. Erster Haarschnitt – (Cūdākarma Saṁskāra): das erste, gewachsende Haar wird mit einer Vollrasur entfernt, und soll so das Imunsystem des Kindes schützen
10. Das Alphabet – (Vidyārambha Saṁskāra): Erlernung des Alphabets und der Beginn der schulischen Ausbildung,
11. Mantra Erlernung – (Upanayana Saṁskāra): Übertragung des heiligen Savitri-Gayatri Mantra vom Vater/Lehrer/Guru
12. Veda studium – (Vedārambha Saṁskāra):  Beginn der Erlernung der Yoga Tradition
13. Rasur des ersten Bartes – (Keśāṅta Saṁskāra)
14. Beendigung des Studiums – (Samāvartana Saṁskāra)
15. Vedische Hochzeit – (Vivāha Saṁskāra)
16. Beerdigung – (Antyeṣṭi Saṁskāra): Einäscherung des Körpers, Grabzeremonie

Die Klassifizierung der Saṁskāras

Insgesamt gibt es vierzig Saṁskāras, und diese können in sechs Kategorien unterteilt werden:
1. ein Set von sieben, die mit Garbhadhana beginnen bis zu Chudakarma (Empfängnis des Baby bis zum ersten Haarschnitt)
2. ein weiteres Set von sieben, beginnend mit Upanayana bis zur Vivaha (die Gayatri-Einweihung und die  Hochzeit)
3. eine Gruppe von fünf Yajnas, die als Pancha Maha Yajnas bekannt sind
4. ein Set von sieben Paka Yajnas
5. eine Gruppe von sieben Havir Yajnas
6. eine weiter Gruppe von sieben Soma Yajna

Ort und Zeit für Saṁskāras

Einige der Saṁskāras sind nicht zeitaufwendig, wogegen andere aufwendig sind und eine
kontinuierliche Ausübung über viele Tage erfordern. Einige Saṁskāras werden zu Hause
durchgeführt, andere wiederum benötigen einen weiträumigen Ort und auch eine erhebliche
Zeit, für sie Sammlung der notwendigen Utensilien, die den Körper von Yajna Varaha
Murthy, die Bestandteile (Samagris) und Helfer (Rthviks) zusammenzubringen. Einige
Saṁskāras (Aupasana Homa, Agnihotra und die Pancha Maha Yajnas) müssen täglich
durchgeführt werden. Zwei andere Saṁskāras (Darsha Purna Masa und Sthalipaka) müssen
zweimal im Monat praktiziert werden. Parvani Shraddha hat einmal im Monat ausgeführt zu
werden. Die restlichen Saṁskāras werden einmal im Jahr oder wenigstens einmal im Leben
verrichtet.